Dennis Gansel hat einige originelle und weniger originelle Filme gemacht – umstritten waren fast alle. Auch die sogenannte Faschismus-Trilogie, die mit „Napola – Elite für den Führer“ (2004) begann und mit der Manipulation von Schülern in „Die Welle“ (2008) zeigen sollte, dass totalitäre Bewegungen eine fast unbeherrschbare Eigendynamik besitzen.
„Der Tiger“ schließt die Trilogie ab, dürfte aber den Zuschauer auf eine harte und verstörende Weise herausfordern. Denn der Film endet mit einem spektakulären Plot-Twist, der sich mit „The Sixth Sense“ und „Fight Club“ locker messen kann. Allerdings ist Gansels Film keine Kinounterhaltung, sondern die Dekonstruktion eines Genres - dem Kriegsfilm. Und das Ende seines Films und seine Symbolik sind kaum zu verstehen, wenn man nicht Dante Alighieris „Göttliche Komödie“ kennt.