Mittwoch, 8. Juli 2026

Das Verschwinden des Josef Mengele

Warum man acht Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Ende des deutschen Faschismus vermeintlich vergessene Horrorfiguren des Nationalsozialismus im Kino wieder ans Tageslicht befördert, ist eine No-Go-Frage. Man stellt sie besser nicht, denn die deutsche Erinnerungskultur gehört zur Staatsräson. Doch das Schweigen wäre ein Fehler.

Dafür, dass man Filme wie „Das Verschwinden des Josef Mengele“ braucht, gibt es zwei Gründe: Man muss Geschichte immer wieder erklären und es gibt einen statistisch nachweisbaren außerordentlich hohen Bedarf nach historischer Aufarbeitung. Die Zielgruppe für diese Aspekte entdeckt man dort, wo man sie eher nicht erwartet. Jedenfalls dann, wenn man sich Vorteilen hingegeben hat. Doch die können schnell ausgeräumt werden.
(Der Film ist aktuell im Streaming von Magenta TV zu sehen).