Freitag, 27. Februar 2026

The Knight Agent – Staffel 3 – Flop oder Top?

Zumindest hinsichtlich der Quoten bleibt die Serie ein Buch voller Rätsel. Während eine bekannte Website die völlige Vernichtung der 3. Staffel um den Nachwuchsagenten Peter Sutherland protokollierte, weil sich 40% der Zuschauer*innen abgewendet hatten, sah die Bilanz einer anderen Plattform anders aus: „The Knight Agent“ sei in 54 Ländern die unangefochtene Nr. 1. Dies, so argumentierte die Gegenseite, sei nur möglich, weil aktuell alle anderen Serien so schlecht seien, dass sie mit der NETFLIX-Serie nicht mithalten könnten.

Aha, also „Fallout“, „A Knight of the Seven Kingdoms“, „Pluribus“, „Wonder Man“ sind nicht konkurrenzfähig. Eine steile These, die den Rezensent nicht teilen kann. Obwohl Showrunner Shawn Ryan das Rad nicht neu erfindet und die Fans der Genres deswegen auch nicht enttäuscht, gibt es in den Agententhriller einige Plot Twists, die man selten oder noch nie zu sehen bekam. Anders formuliert: „The Knight Agent“ legt die Messlatte für extreme Spannung einen Meter höher auf.

Montag, 16. Februar 2026

Wonder Man - Die MARVEL-Serie ist witzig, tragisch - und auch intelligent!

Mit „Wonder Man“ hat der Marvel-Chief Creative Officer Kevin Feige zusammen Destin Daniel Cretton (Creator) und Andrew Guest (Showrunner) eine Serie lanciert, die eine Mischung aus dezenter Comedy, Dramödie und Superhelden-Geschichte ist. Ironie und Selbstbespiegelung der Filmindustrie sind Teile eines Subtextes in der achtteiligen Miniserie, die sich frech die Freiheit nimmt, das Genre als „Superhelden-Opiat aus Hollywood“ auf die Schippe zu nehmen.

„Wonder Man“ ist kein By the Way-Produkt der MARVEL-Studios, sondern offizieller Teil der Phase 6 des Marvel Cinematic Universe (MCU). Nach einigen Flops und ordentlichen Comebacks in den letzten Filmen findet MARVEL mit einer Serie und einem überragenden Cast (mit Yahya Abdul-Mateen II und Ben Kingsley in den Hauptrollen) den Weg zurück zu einem intelligenten Storytelling. Nämlich einer Geschichte, die den Zuschauer nicht mit überdrehten Multiversen überrollt, sondern zeigt, dass Humor, Ironie und allzu menschliche Eigenschaften der Figuren davon erzählen können, dass Superhelden auch nur Menschen sind. Ein Volltreffer. 

Donnerstag, 12. Februar 2026

Blood & Sinners – Ganz großes Kino

Ryan Cooglers Film, der als Vampir-Horrorfilm scheinbar genregerecht eingestuft wurde, ist tatsächlich ein Neo-Western, aber hauptsächlich ein Musikfilm. Aber nicht einer, der nur das emotionale Unterhaltungsbedürfnis des Publikums befriedigen soll, sondern kulturelle Identität meint. 

„Blood & Sinners“ ist daher eine Hommage an die Black Musik, also die afroamerikanische Musik, die nicht nur die schwarze Kultur in den USA bestimmte. Und als Genremix bietet der Film eine Reihe von Botschaften, Gedanken und Anspielungen an, die klug, vielschichtig, aber hauptsächlich grandios sind. Der mit 16 Oscar-Nominierungen früh geadelte Film ist ein Meisterwerk, und wer seine Zweifel hat, wird immerhin einen der besten Musikfilm der letzten Dekaden sehen können. 

Freitag, 6. Februar 2026

Star Trek: The Next Generation - Zahlen und Fakten über einen Mythos

Wenn man den Podcastern und YouTubern folgt, wird man Zeuge einer Hexenjagd: "Star Trek: Starfleet Academy" wird hingerichtet. Die Qualität der Beiträge ist unterschiedlich: von kritisch-methodisch bis zu purem Nachplappern und offenkundigem Clickbaiting ist alles dabei. Einig ist sich man allerdings in einem Punkt: Das ist nicht Star Trek!

Doch was ist Star Trek? Der nachfolgende Text wird diese Frage beantworten. "Starfleet Academy" ist es jedenfalls nicht. Dieses Urteil ist notwendig, denn die Plotidee der fünften Academy-Episode „Series Acclimation Mil" war ausgezeichnet, wurde aber grauenvoll umgesetzt. Man konnte der Selbstzerstörung des Franchise nur noch hilflos zuschauen.

Sonntag, 1. Februar 2026

The Danish Woman – beinahe perfekte Miniserie bei ARTE

Mit der Miniserie „The Danish Woman“ präsentiert ARTE in seiner Mediathek eine Perle der schrägen Serienkunst, die man nicht verpassen sollte. In sechs Episoden erzählt die französisch-isländische Co-Produktion, an der ARTE und das ZDF beteiligt waren, eine mit Gewalt aufgeladene Geschichte. Dabei wird nicht nur bigotte Bürgerlichkeit aufgedeckt, sondern auch die manische Besessenheit einer extrem gefährlichen Frau, die für Ordnung und Gerechtigkeit sorgen will, aber einen nicht enden wollenden Alptraum auslöst.

Ditte Jensen heißt die Frau, die auf den ersten Blick als harmlose Oma durchgehen könnte. Jedenfalls nur so solange, wie sie in einem unattraktiven Wohnviertel von Reykjavik Gemüse in einem von ihr angelegten Beet anbaut und sorgsam pflegt. Doch Ditte verbirgt ein düsteres Geheimnis, das so übel ist, dass man aus Jugendschutzgründen bei ARTE  „The Danish Woman“ ohne Account nur zwischen 22.00 und 6:00 Uhr  sehen kann.