Damon Lindelof ist der Organisator des Chaos. Mit dem Ende der Serie „Lost“ brüskierte er Millionen wütender Fans. Die Serie „Watchmen“ (2019) und der Film „The Hunt“ (2020) spalteten erneut die Gemüter, auch weil Lindelof die konventionellen Auffassungen von Realität innerhalb einer Fiktion aufbrach: es gab fiktiv-reale und fiktiv-irreale Szenen zu bestaunen. Dass Lindelof seine Geschichten zudem seine Geschichten sehr häufig non-linear erzählte, zeigte, dass Lindelof das Verstehen und Interpretieren einer Handlung durch das Publikum nicht unbedingt für erstrebenswert hielt.
In „Mrs. Davis“ wechselt der Drehbuchautor (u.a. „Prometheus“, 2012; „World War Z“, 2013) und Showrunner (u.a. „The Leftovers“, 2014-2017) zusammen mit der Sitcom-Spezialistin Tara Hernandez („The Big Bang Theory“) ins Comedy-Fach. „Mrs. Davis“ ist komisch, auf Lindelof’sche Weise brillant, was bei näherem Hinsehen dazu führt, dass man nicht länger nach einem Sinn des Ganzen fragt, sondern sich einfach zurücklehnt und darüber staunt, was so alles im Kopf eines Hochbegabten vorgeht.