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Dienstag, 4. Juni 2024

Dune – Part Two - ein kompliziertes Vergnügen

Fast drei Jahre hat es gedauert, bis Denis Villeneuve den zweiten Teil des ersten Teils auf die Leinwand gebracht hat. Gut, dies ist eine gestelzte Beschreibung, aber sie soll jene Zuschauer, die nicht zu den enthusiastischen Herbertians gehören, daran erinnern, dass wir bislang ‚nur‘ die Verfilmung des ersten Buchs der Trilogie sehen konnten.

Das wird nicht reichen. Es wäre tragisch, wenn erneut ein Filmemacher über den Prolog nicht hinauskommt. Denn die Essenz der Geschichte, die Frank Herbert eigentlich erzählen wollte, findet man in „Dune Messiah“ (Der Herr des Wüstenplaneten) und „Children of Dune“ (Die Kinder des Wüstenplaneten), dem zweiten und dritten Teil der Trilogie. Dort wird die Geschichte des gescheiterten Imperators, Madhi und Messias Paul Atreides erzählt, der auf dem Höhepunkt seiner Macht depressiv darüber nachdenkt, ob er ein neuer Adolf Hitler geworden ist.

Dienstag, 9. November 2021

„Dune“ – Denis Villeneuves Wüstenplanet ist vielversprechend

Wer Frank Herberts Romane nicht kennt, wird nach einem Kinobesuch vielleicht mit dem Lesen beginnen. Wie Millionen Fans zuvor. Leichte Kost ist „Dune“ (Der Wüstenplanet) nie gewesen. Etwas eingängiger ist Denis Villeneuves Neuverfilmung des Kult-Klassikers aus den 1960er-Jahren. Woran seine Vorgänger gescheitert sind, gelingt dem kanadischen Regisseur scheinbar mit leichter Hand – nämlich den Zuschauer mit faszinierenden Bildern und einem entschleunigten Erzähltempo in das Geschehen zu ziehen.
„Dune“ ist ein atmosphärisch dichter und eleganter Blockbuster, der rundum Spaß macht – und neugierig auf mehr. Allerdings gibt es vorerst nur die Hälfte des ersten Romans zu sehen – und der ist eigentlich nur ein 800 Seiten starker Prolog für alles Weitere. Dies dürfte schwer zu bändigen sein. Wenn es gelingt, sehen wir nach Harry Pottter, dem Herrn der Ringe in Zukunft nicht nur Marvel-Filme, sondern auch im Kino- und Serienformat alles über Dune. Jahrzehnte lang...

Freitag, 6. Oktober 2017

Blade Runner 2049

Man darf nicht in die Falle laufen. Natürlich wird man Denis Villeneuves Sequel „Blade Runner 2049“ mit Ridley Scotts Masterpiece vergleichen. „Blade Runner“, jedenfalls in der Version des Final Cut (2007), ist ein Standalone Art Piece und ein Kinomythos dazu. Über drei Jahrzehnte später trifft das Sequel auf eine andere Zeit und auch ein anderes Kino. Und auf andere Zuschauer. Zwischen beiden Filmen liegen zudem komplizierte transmediale Strategien. Zieht man dies ins Kalkül, schneidet „Blade Runner 2049“ ordentlich ab. Denis Villeneuve ist ein streckenweise schöner Film gelungen, auch wenn man im Kino nicht mehr mit großen Augen staunt.

Die Debatten haben bereits begonnen. „Blade Runner 2049 entpuppt sich nicht nur als einer der besten Science-Fiction-Filme des Jahres oder der Dekade, sondern als einer der besten Science-Fiction-Filme überhaupt“, schreibt der Redakteur von Filmstarts, und überhaupt sei Villeneuves Sequel der bessere Film. 
Offen gesagt: Diesen Enthusiasmus kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe Probleme damit, Ridley Scotts komplexes Original (das - je nach Zählweise - in 3-5 verschiedenen Schnittversionen vorliegt) mit Villeneuves nicht weniger komplexen Interpretation des Themas abzugleichen, ohne „Blade Runner 2049“ ein zweites Mal gesehen zu haben. Trotzdem wird ein erster Versuch gewagt.

Freitag, 2. Dezember 2016

Arrival

In Denis Villeneuves neuem Film sehen die Aliens wie Tintenfische aus. Außerdem machen sie ohrenbetäubende Geräusche. Das ist nicht gut, das macht Angst. Wenn im Kino Aliens mit Tentakeln auftauchen, gilt geshalb: Wegballern, danach auf dem Autopsie-Tisch nachschauen, wer das war. Auch die Fake-Aufnahmen aus Roswell zeigen schließlich keine lebenden, sondern tote Aliens. Mittlerweile glaubt ja auch Stephen Hawking, dass wir vorsichtig sein sollten. Denis Villeneuve zeigt uns eine völlig andere Begegnung der dritten Art. 

Es sind zwölf Schiffe. Sie hängen in der Luft wie nach oben weggeklappte Flyling Saucers. Weltraumzigarren, ganz schwarz, was auch gut zu den beinahe farblosen, grauen Bildern von Kameramann Bradford Young („A Most Violent Year“, „Pawn Sacrifice“) passt. Die sind trotz ihrer Tristesse sehr schön, wenn Nebel gezeigt wird, der wie weißes Wasser über die Bergkämme fließt und die schwarzen Zigarren einhüllt. Etwas strange, aber es ist unser Planet, nur hat er plötzlich Besuch bekommen.