Nach dem furiosen „Endgame“ schließt Marvel die Phase 3 seines Marvel Cinematic Universe mit einem neuen Solo-Film von Spider-Man ab. Doch der von Tom Holland gespielte Spinnenmann hat es nicht nur mit gefährlichen Widersachern zu tun, sondern auch mit Kräften aus einer Parallelwelt, die an ihm zerren. Es ist unsere Welt und es sind vor allen Dingen die Verwerfungen des Medienmarktes, die darüber entscheiden werden, was aus ihm wird.
„Spider-Man: Far From Home“ ist vor diesem Hintergrund ein spannender Film geworden. In einem kompliziert gewordenen Erzählkosmos, in dem Parallelwelten und Zeitreisen für viele Rätsel sorgen, befindet sich der neue Marvel-Film irgendwo zwischen LSD-Trip und einer netten Coming-of-Age-Geschichte. Ordentliches Popcorn-Kino, aber sicher kein weiterer Höhepunkt des Marvel-Kosmos.
Sonntag, 7. Juli 2019
Sonntag, 23. Juni 2019
Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm
Wer sich für deutsche Literatur- und Theatergeschichte interessiert und auch für einen der genialsten Dichter und Denker des 20. Jh., der kommt um Joachim A. Langs Film nicht herum. Schwere Kost? Ja! Aber leicht serviert. Der Film macht Spaß, auch Zuschauern, die zuletzt in der Schule mit Bertolt Brecht zu tun hatten. Lang ist ein ausgezeichneter Brecht-Kenner und so zeigt er in „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“, wie das eine mit dem anderen zusammenhängt: Denken macht Spaß, ist aber kein Zuckerschlecken.
„Mackie Messer“ ist ein opulentes Stück Kino mit ausgezeichneten Darstellern, aber auch eine Lektion darüber, was Brecht vorschwebte, als er Ende der 1930er Jahre die „Dreigroschenoper“, seinen großen Theaterhit, auch auf die Kinoleinwände der Weimarer Republik bringen wollte. Die Filmproduzenten wollten Unterhaltung, Brecht dagegen mehr Politik. Man zog vor Gericht und Brecht machte aus dem Prozess ein Lehrstück. Der deutsche Regisseur Joachim A. Lang zeigt nun, wie der „Dreigroschenfilm“ hätte aussehen können.
„Mackie Messer“ ist ein opulentes Stück Kino mit ausgezeichneten Darstellern, aber auch eine Lektion darüber, was Brecht vorschwebte, als er Ende der 1930er Jahre die „Dreigroschenoper“, seinen großen Theaterhit, auch auf die Kinoleinwände der Weimarer Republik bringen wollte. Die Filmproduzenten wollten Unterhaltung, Brecht dagegen mehr Politik. Man zog vor Gericht und Brecht machte aus dem Prozess ein Lehrstück. Der deutsche Regisseur Joachim A. Lang zeigt nun, wie der „Dreigroschenfilm“ hätte aussehen können.
Dienstag, 11. Juni 2019
Chernobyl - der Horror der Fakten
Was hat HBO nach „Game of Thrones“ noch im Köcher? Eine ganze Menge. Mit der Miniserie über den Super-GAU, der sich 1986 im Kernkraftwerk Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prypjat ereignete, katapultierte sich HBO innerhalb weniger Tage in der IMDB auf Platz 1 der „Top Rated TV Shows“.
Mit Showrunner Graig Mazin, der bis lang nicht gerade mit anspruchsvoller Kost glänzen konnte, und dem schwedischen Musiker und Regisseur Johan Renck, der nur vereinzelt in den Regielisten von „Breaking Bad“, „The Walking Dead“ und „Vikings“ aufgetaucht ist, haben zwei wenig prominente Filmemacher nun ein gewaltiges TV-Gewitter inszeniert, das zu den dichtesten und unangenehmsten im aktuellen Serien-Kosmos gehört. „Chernobyl“ geht nicht nur unter die Haut, sondern schlägt auch auf den Magen
Mit Showrunner Graig Mazin, der bis lang nicht gerade mit anspruchsvoller Kost glänzen konnte, und dem schwedischen Musiker und Regisseur Johan Renck, der nur vereinzelt in den Regielisten von „Breaking Bad“, „The Walking Dead“ und „Vikings“ aufgetaucht ist, haben zwei wenig prominente Filmemacher nun ein gewaltiges TV-Gewitter inszeniert, das zu den dichtesten und unangenehmsten im aktuellen Serien-Kosmos gehört. „Chernobyl“ geht nicht nur unter die Haut, sondern schlägt auch auf den Magen
Montag, 10. Juni 2019
Designated Survivor - die dritte Staffel hat eine harte Agenda
Wie ein Phönix aus der Asche kam sie zurück, zuvor lieblos ad acta gelegt: „Designated Survivor, die vor anderthalb Jahren von ABC nach zwei Staffeln gecancelte Serie. Jenes Politdrama, das von einem Mann erzählt, der eigentlich kein Politiker sein will, aber plötzlich der mächtigste Mann der westlichen Welt ist.
Hatten nicht viele gesagt, dass diese Geschichte auserzählt ist? Nun ist der von Kiefer Sutherland gespielte Idealist Tom Kirkman, der kein Pragmatiker der Macht sein wollte, wieder da. In der letzten der zehn neuen Folgen holt er sich erneut seinen Therapeuten ins Weiße Haus, weil die Schuld an ihm nagt. Unmittelbar vor dem Finale der Präsidentschaftswahlen hat Kirkman zwar nicht gelogen, aber bewusst geschwiegen, um seinen größten Widersacher politisch zu vernichten. Darf das einer wie er, darf man das überhaupt? Das sind nicht die einzigen Fragen, die in einer Serie gestellt werden. „Designated Survivor“ wird sogar im letzten Drittel zu einer bitterbösen Anti-Trump-Brandrede. Überhaupt nicht fair, ausgewogen, objektiv und nett, sondern gallig, parteiisch und wütend.
Hatten nicht viele gesagt, dass diese Geschichte auserzählt ist? Nun ist der von Kiefer Sutherland gespielte Idealist Tom Kirkman, der kein Pragmatiker der Macht sein wollte, wieder da. In der letzten der zehn neuen Folgen holt er sich erneut seinen Therapeuten ins Weiße Haus, weil die Schuld an ihm nagt. Unmittelbar vor dem Finale der Präsidentschaftswahlen hat Kirkman zwar nicht gelogen, aber bewusst geschwiegen, um seinen größten Widersacher politisch zu vernichten. Darf das einer wie er, darf man das überhaupt? Das sind nicht die einzigen Fragen, die in einer Serie gestellt werden. „Designated Survivor“ wird sogar im letzten Drittel zu einer bitterbösen Anti-Trump-Brandrede. Überhaupt nicht fair, ausgewogen, objektiv und nett, sondern gallig, parteiisch und wütend.
Dienstag, 21. Mai 2019
Game of Thrones ist fertig – aber wie…!
Wer nach dem Ende einer der epochalsten Serien der jüngeren Seriengeschichte die von HBO geplanten Prequels sehen will, muss etwas nicht richtig verstanden haben. Denn wer sich nach der 8. Staffel anschauen will, was vor tausend Jahren in Westeros geschah, wird dabei das Ende der Mutterserie garantiert nicht aus dem Kopf bekommen. Ein Kommentar
Sonntag, 12. Mai 2019
Leave No Trace
„Leave No Trace" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Peter Rock aus dem Jahr 2009. Rock hatte fünf Jahre zuvor einen Artikel über einen Mann gelesen, der mit seiner 12 Jahre alten Tochter vier Jahre lang ein eremitisches Leben in den Wäldern von Oregon führte. Der Vietnam-Veteran unterrichtete sein Kind mithilfe alter Enzyklopädien, beide ernährten sich von dem, was die Natur hergab.
Die Independent-Regisseurin Debra Granik adaptierte Rocks Buch zusammen mit der Filmproduzentin Anne Rossellini für den Film. Granik faszinierte dabei nicht nur der Non-Konformismus der beiden Außenseiter, sondern auch die Beherrschung von Überlebenstechniken, von denen der urbane Stadtmensch längst nichts mehr weiß.
Die Independent-Regisseurin Debra Granik adaptierte Rocks Buch zusammen mit der Filmproduzentin Anne Rossellini für den Film. Granik faszinierte dabei nicht nur der Non-Konformismus der beiden Außenseiter, sondern auch die Beherrschung von Überlebenstechniken, von denen der urbane Stadtmensch längst nichts mehr weiß.
Freitag, 3. Mai 2019
Die wandernde Erde – Sci-Fi-Katastrophenfilm exklusiv auf Netflix
Die Verfilmung von Cixin Lius Storysammlung „Die wandernde Erde“ ist mit einem Einspielergebnis von fast 700 Mio. US-Dollar im Moment der dritterfolgreichste Film an den chinesischen Kinokassen – hinter den Marvel-Filmen „Avengers: Endgame“ und „Captain Marvel“. Regisseur Frant Gwo zeigt einige spektakuläre Bilder – Story und Figurenentwicklung hinken mühsam hinterher.
Wieder einmal muss die Erde gerettet werden. Diesmal aber nicht vor einer ökologischen Katastrophe, sondern vor der guten alten Sonne, die sich langsam, aber tödlich zu einem Roten Riesen aufbläht. Gerade mal sieben Minuten dauert die Pre-Titel-Sequence, dann ist bereits eine der Hauptfiguren eingeführt und die gesamte Vorgeschichte erzählt.
Wieder einmal muss die Erde gerettet werden. Diesmal aber nicht vor einer ökologischen Katastrophe, sondern vor der guten alten Sonne, die sich langsam, aber tödlich zu einem Roten Riesen aufbläht. Gerade mal sieben Minuten dauert die Pre-Titel-Sequence, dann ist bereits eine der Hauptfiguren eingeführt und die gesamte Vorgeschichte erzählt.
Sonntag, 28. April 2019
„Avengers: Endgame“: Wie Kino funktioniert
Die Rekorde werden purzeln. 643 Mio. US-Dollar hat der neue Marvel-Film in den ersten drei Tagen eingespielt, die 2 Milliarden-Grenze wird vermutlich keine sein. Die Fans strömen weltweit ins Kino und wollen sich ungestört bespaßen lassen, die Kritiker (längst nicht alle) wittern Eskapismus und finstere Mächte am Werk.
Ja, „Avengers: Endgame“ ist augenbetäubend, größenwahnsinnig und nicht frei von Logiklöchern. Aber er ist auch ernsthaft, witzig, charmant und menschlich. Aber nie langweilig. Gutes Kino halt.
Ja, „Avengers: Endgame“ ist augenbetäubend, größenwahnsinnig und nicht frei von Logiklöchern. Aber er ist auch ernsthaft, witzig, charmant und menschlich. Aber nie langweilig. Gutes Kino halt.
Sonntag, 21. April 2019
Star Trek Discovery: Die zweite Staffel brilliert in der ersten Staffelhälfte und ruiniert sich dann selbst
CBS hat das Kunststück fertiggebracht, in der ersten Staffelhälfte fast alles richtig zu machen und ein echtes „Star Trek“-Gefühl zu erzeugen. Einige Episoden waren so gut, dass man das Gefühl hatte, die Serie könne den Spagat hinbekommen: nämlich jene Kultur einzupflegen, die die Trekkies seit Jahrzehnten an das Star Trek-Universum bindet, und den kommerziellen Ansprüchen des Networks zu genügen. Doch am Ende scheiterte STD am Größenwahn.
Im Erzählkosmos eines Brannon Braga, der jetzt Mastermind bei „The Orville“ ist, gab es in „Star Trek: The Next Generation“ und „Star Trek: Voyager“ auch groß angelegte Story Arcs (man denke nur an die „Borg“), aber die Serie verlor nur selten das Gefühl für die Figuren und die Logik der Ereignisse. Heute mag das hausbacken wirken, aber noch immer fühlen sich viele Fans in dieser altmodischen, langsamen Welt sehr wohl. „Star Trek: Discovery“ blähte dagegen einen vielversprechenden Plot in der zweiten Hälfte zu einer gigantomanischen Erzählblase auf, in der es um nicht weniger als um die Rettung jeglichen Lebens in unserer Galaxis ging. Ging es nicht eine Nummer kleiner?
Im Erzählkosmos eines Brannon Braga, der jetzt Mastermind bei „The Orville“ ist, gab es in „Star Trek: The Next Generation“ und „Star Trek: Voyager“ auch groß angelegte Story Arcs (man denke nur an die „Borg“), aber die Serie verlor nur selten das Gefühl für die Figuren und die Logik der Ereignisse. Heute mag das hausbacken wirken, aber noch immer fühlen sich viele Fans in dieser altmodischen, langsamen Welt sehr wohl. „Star Trek: Discovery“ blähte dagegen einen vielversprechenden Plot in der zweiten Hälfte zu einer gigantomanischen Erzählblase auf, in der es um nicht weniger als um die Rettung jeglichen Lebens in unserer Galaxis ging. Ging es nicht eine Nummer kleiner?
Freitag, 5. April 2019
The Walking Dead reloaded: Staffel 9 ist gut, bringt die Serie aber nicht vom Fleck
Die Untoten schlurfen ihrer 10. Staffel entgegen. Einige nicht, sie sind in der bitteren Winterkälte Georgias zu Eisblöcken gefroren, stehen monolithisch in der winterkalten Landschaft, was Daryl nutzt, um einem von ihnen mit dem Kolben seines Bogens den Kopf abzuschlagen. Es regnet Eissplitter.
Man konnte diese Bildmetapher unterschiedlich deuten. Wer wohlwollend ist, goutiert dies als innovative Idee. Wer schlechter drauf ist, erkennt den Stillstand im Aufbruch, denn nach wie vor sieht es bei einigen Quoten für die Serie schlecht aus.
Man konnte diese Bildmetapher unterschiedlich deuten. Wer wohlwollend ist, goutiert dies als innovative Idee. Wer schlechter drauf ist, erkennt den Stillstand im Aufbruch, denn nach wie vor sieht es bei einigen Quoten für die Serie schlecht aus.
Mittwoch, 3. April 2019
The Highwaymen
Über 50 Jahre nach Arthur Penns mythologisierendem Film „Bonnie an Clyde“ versucht John Lee Hancock Junior mit einem Wechsel der Perspektive eine historisch akkuratere Version der Geschichte um die Barrow-Gang auf die Leinwand zu bringen. Das ist dem Film über weite Strecken gelungen.
Das berüchtigte Gangster-Pärchen ist in dem Film kaum zu sehen. Stattdessen erzählt Hancock („Blind Side – Die große Chance) die Geschichte von Frank Hamer und Maney Gault, den beiden ehemaligen Texas Rangern, die Bonnie und Clyde zusammen mit vier lokalen Polizeibeamten am 23. May 1934 in Louisiana blutig zur Strecke brachten. „The Highwaymen“ ist seit einer Woche ausschließlich bei NETFLIX zu sehen.
Freitag, 22. März 2019
„Trautmann“ – ein Film aus der faktenfreien Zeit
Marcus H. Rosenmüller setzt dem in Deutschland lange unbekannt gebliebenen Torhüter Bernd „Bert“ Trautmann in seinem gleichnamigen Film ein hochemotionales Denkmal. Ein Film über den Deutschen, der bis 1964 insgesamt 545-mal im Fußballtor von Manchester City stand, war überfällig. Er hätte nur gelingen müssen.
„Trautmann“ (The Keeper) ist zwar nicht auf ganzer Linie gescheitert. Der Film bleibt aber mutlos, weil er es mit den Fakten nicht genau nimmt, Trautmanns Biografie sogar verfälscht und sich in den Ambitionen des Regisseurs verzettelt. Rosenmüller umkurvt zugegeben elegant alle politischen und historischen Zumutungen eines spannenden Fußballerlebens und verpasst dem Publikum stattdessen einen kompakten Wellness-Einlauf, der aus der Hauptfigur einen tragischen Helden macht. Enttäuschend.
„Trautmann“ (The Keeper) ist zwar nicht auf ganzer Linie gescheitert. Der Film bleibt aber mutlos, weil er es mit den Fakten nicht genau nimmt, Trautmanns Biografie sogar verfälscht und sich in den Ambitionen des Regisseurs verzettelt. Rosenmüller umkurvt zugegeben elegant alle politischen und historischen Zumutungen eines spannenden Fußballerlebens und verpasst dem Publikum stattdessen einen kompakten Wellness-Einlauf, der aus der Hauptfigur einen tragischen Helden macht. Enttäuschend.
Dienstag, 19. März 2019
A Star Is Born
Ein gefeierter Country-Rockstar entdeckt ein schüchternes Mädchen, das phantastisch singen kann. Er holt die Widerstrebende bei einem Gig auf die Bühne. Sie singt sich die Seele aus dem Leib. Ein entscheidendes Momentum: A star is born. Das Mädchen wird zum Pop-Star, der Rockstar versinkt in Drogen und Alkohol, ruiniert seine Karriere und bringt sich um.
Plotbeschreibung oder Spoiler? Weder noch. Eher schon eine Symptombeschreibung, denn die Krankheit, an der Bradley Coopers Melodram „A Star Is Born“ leidet, heißt Recycling. Was in der Müllverwertung eine tolle Sache ist, das führt im Filmbusiness leider nur zu oft zu einem riesigen Haufen neuen Schrotts.
Plotbeschreibung oder Spoiler? Weder noch. Eher schon eine Symptombeschreibung, denn die Krankheit, an der Bradley Coopers Melodram „A Star Is Born“ leidet, heißt Recycling. Was in der Müllverwertung eine tolle Sache ist, das führt im Filmbusiness leider nur zu oft zu einem riesigen Haufen neuen Schrotts.
Dienstag, 5. März 2019
True Detective Staffel 3: Weder Fisch noch Fleisch
Viel diskutiert, umstritten - und doch streckenweise klug. Die dritte Staffel von „True Detective“ besitzt alle Eigenschaften, um zu polarisieren. Sie streut falsche Fährten aus, um dem Zuschauer erst in der letzten Folge zu erklären, welche Geschichte er tatsächlich gesehen hat.
Wer das akzeptieren kann, hat die emotional berührende Zersplitterung des Lebens seiner Hauptfigur erlebt, die im Dschungel Vietnams beginnt und dort als letzte schreckhafte Erinnerung auch fortgesetzt wird. Zwischendurch hat sich Hays bedingungslos einer Sache verschrieben, einem 35-jährigen Suchen nach der Wahrheit in einem Labyrinth, in dem auch der Rest seines Lebens zerbricht und an dessen Ende nur ein kleiner Lichtstreif Hoffnung übrigbleibt.
Wer das akzeptieren kann, hat die emotional berührende Zersplitterung des Lebens seiner Hauptfigur erlebt, die im Dschungel Vietnams beginnt und dort als letzte schreckhafte Erinnerung auch fortgesetzt wird. Zwischendurch hat sich Hays bedingungslos einer Sache verschrieben, einem 35-jährigen Suchen nach der Wahrheit in einem Labyrinth, in dem auch der Rest seines Lebens zerbricht und an dessen Ende nur ein kleiner Lichtstreif Hoffnung übrigbleibt.
Sonntag, 17. Februar 2019
Black Earth Rising - komplexer Politthriller bei Netflix
Der aktuell von Netflix gestreamte Politthriller „Black Earth Rising“ gehört mit zum Besten, was derzeit zu sehen ist. Auch zum Schwierigsten. Man kann sich leicht im Plot verirren, man sollte sich sogar über den Völkermord in Ruanda und die aktuelle Geschichte des Landes einiges anlesen, bevor man sich dem Binge Watching hingibt.
„Die Koproduktion von BBC Two und Netflix mutet dem Publikum vieles zu. Sie balanciert immer wieder auf der Grenze zur Überforderung, überschreitet diese hier und da und sammelt die Zuschauer erst spät mit Erklärungen wieder ein“, schrieb Benedict Frank in der „Süddeutschen“. Das trifft den Kern, nur bringen diese Erklärungen dann am Ende auch die gewünschte Klarheit. Sehenswert.
„Die Koproduktion von BBC Two und Netflix mutet dem Publikum vieles zu. Sie balanciert immer wieder auf der Grenze zur Überforderung, überschreitet diese hier und da und sammelt die Zuschauer erst spät mit Erklärungen wieder ein“, schrieb Benedict Frank in der „Süddeutschen“. Das trifft den Kern, nur bringen diese Erklärungen dann am Ende auch die gewünschte Klarheit. Sehenswert.
Dienstag, 12. Februar 2019
The Rider - einfühlsames Drama über einen Rodeo-Reiter
In ihrem zweiten Kinofilm nach „Songs My Brothers Taught Me“ erzählt die chinesische Regisseurin Chloé Zhao die Geschichte eines indianischen Rodeo-Reiters, der nach einem schweren Sturz Abschied von seinem alten Leben nehmen muss. Der mehrfach preisgekrönte Film ist ein Juwel des Independent-Kinos.
„The Rider“ erzählt vom jungen Indianer Brady Blackburn, der nicht nur ein einfühlsamer Pferdekenner ist, sondern auch ein erfolgreicher Rodeo-Reiter. Bis er während eines Bronc Riding-Wettbewerbs von einem buckelnden Pferd abgeworfen wird. Das ist tatsächlich passiert und der fiktive Brady sieht sich das Video vom realen Brady auf dem Smartphone an. Brady spielt also seine eigene Geschichte.
„The Rider“ erzählt vom jungen Indianer Brady Blackburn, der nicht nur ein einfühlsamer Pferdekenner ist, sondern auch ein erfolgreicher Rodeo-Reiter. Bis er während eines Bronc Riding-Wettbewerbs von einem buckelnden Pferd abgeworfen wird. Das ist tatsächlich passiert und der fiktive Brady sieht sich das Video vom realen Brady auf dem Smartphone an. Brady spielt also seine eigene Geschichte.
Samstag, 26. Januar 2019
Roma
Alfonso Cuaróns bildmächtige Reise in die eigene Kindheit gehört zu aussichtsreichsten Kandidaten für mehr als einen Oscar. Sollte es dazu kommen, wäre dies ein verblüffender Triumpf des Autorenkinos. „Roma“ ist eine Hommage an Cuaróns Kindheit in Mexico. Das Erinnerte wird nicht einfach bebildert, der Film will auch ein ästhetisches Programm sein.
„Roma“ wurde bereits bei den Golden Globe Awards als Bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet. Alfonso Cuarón („Children of Men“, 2006, „Gravity“, 2013) erhielt zudem die Auszeichnung als bester Regisseur. Das waren längst nicht alle Preise, den Goldenen Löwen von Venedig gab es auch, der Zuspruch überraschte auch nicht.
„Roma“ wurde bereits bei den Golden Globe Awards als Bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet. Alfonso Cuarón („Children of Men“, 2006, „Gravity“, 2013) erhielt zudem die Auszeichnung als bester Regisseur. Das waren längst nicht alle Preise, den Goldenen Löwen von Venedig gab es auch, der Zuspruch überraschte auch nicht.
Mittwoch, 16. Januar 2019
Ein Wunder (Il miracolo) - ARTE präsentiert eine wundersame Serie
Mit Niccolò Ammanitis „Il miracolo“ (Ein Wunder) präsentiert ARTE zum Jahresbeginn eine Serie über Glauben und Hoffnung und die existenziellen Abgründe globalisierter Gesellschaften. In Italien taucht eine Madonna auf, die Blut weint. Einige Menschen beginnen auf ein Wunder zu hoffen, die meisten haben einfach nur Angst und verschweigen das Phänomen. „Il miracolo“ gehört schon jetzt zu den großen Serienentdeckungen des Jahres. Ein weiteres Meisterwerk aus der italienischen Serienschmiede.
Es ist schon ein kleines Wunder, welche Geschichten wir uns zumuten, wenn wir uns Science-Fiction-Filme im Kino anschauen. Ihre wissenschaftlichen Unzulänglichkeiten haben das Genre von dem programmatischen Science so weit abgerückt haben, dass man einen Großteil der Produktionen gnädig Fantasy nennt. So wird dem Zuschauer immerhin klargemacht, er möge es doch bitte nicht ganz so ernst nehmen, was ihm da aufgetischt wird.
Es ist schon ein kleines Wunder, welche Geschichten wir uns zumuten, wenn wir uns Science-Fiction-Filme im Kino anschauen. Ihre wissenschaftlichen Unzulänglichkeiten haben das Genre von dem programmatischen Science so weit abgerückt haben, dass man einen Großteil der Produktionen gnädig Fantasy nennt. So wird dem Zuschauer immerhin klargemacht, er möge es doch bitte nicht ganz so ernst nehmen, was ihm da aufgetischt wird.
Dienstag, 15. Januar 2019
True Detective 3 kopiert sich auf hohem Niveau
Sie können einem leidtun. 2013 schufen Showrunner Nic Pizzolatto und Regisseur Gary Fukunaga einen Meilenstein der Seriengeschichte, der 2014 on air ging: „True Detective“ erzählte gleichzeitig straight und mäandernd die Geschichte zweier Cops, die in einem düsteren Südstaaten-Crime Plot einem Pädophilen-Ring nachspüren, am Ende einen monströsen Schurken zu Strecke bringen, aber dann doch mit leeren Händen dastehen und immerhin ziemlich beste Freunde werden.
So etwas lässt sich nicht so einfach wiederholen. Im zweiten Anlauf verhob sich Nic Pizzolatto ohne Fukunaga ein wenig. Die Serie wird mittlerweile als Flop gehandelt, obwohl sie die besseren Quoten erzielte. Im dritten Anlauf wollen HBO und Pizzolatto wieder Glanz und Glorie der ersten Staffel wieder auferstehen lassen.
So etwas lässt sich nicht so einfach wiederholen. Im zweiten Anlauf verhob sich Nic Pizzolatto ohne Fukunaga ein wenig. Die Serie wird mittlerweile als Flop gehandelt, obwohl sie die besseren Quoten erzielte. Im dritten Anlauf wollen HBO und Pizzolatto wieder Glanz und Glorie der ersten Staffel wieder auferstehen lassen.
Mittwoch, 9. Januar 2019
Bird Box - Netflix punktet mit einem Quotenhit
45 Millionen Zuschauer riefen den Film der Oscar-Preisträgerin Susanne Bier bei Netflix ab. Für den Streaming-Anbieter Grund genug, zum ersten Mal konkrete Nutzerzahlen zu veröffentlichen. Der Grund für den Hype will sich nicht recht erschließen: Susanne Biers Film ist ein spannender und auch visuell packender Horrorfilm, der allerdings nicht an den Genrekonventionen rüttelt.
„Der Film ist sehr emotional. Viele schreiben und teilen mit, dass sie sehr berührt waren. Diese Filme haben normalerweise nicht so ein emotionales Element“, zeigte sich die Regisseure überrascht vom Erfolg ihrer ersten Zusammenarbeit mit Netflix.
„Der Film ist sehr emotional. Viele schreiben und teilen mit, dass sie sehr berührt waren. Diese Filme haben normalerweise nicht so ein emotionales Element“, zeigte sich die Regisseure überrascht vom Erfolg ihrer ersten Zusammenarbeit mit Netflix.
Donnerstag, 27. Dezember 2018
Best of 2018
Gesichtet wurden in diesem Jahr 57 Filme. Die Entscheidung über den „Besten Film 2018“ fiel bereits recht früh und überraschte kaum – es war Guillermo del Toros „Shape of Water“, der ausführlich rezensiert wurde. Eine romantische Love-Story als Horrorfilm, in dem nicht die Kreatur das Monster war, sondern der Mensch.
Diese pessimistische Grundierung führte zu einer überdeutlichen Botschaft, aber der eigentliche Zauber des Films entstand durch eine brillante Visualisierung und eine Hauptdarstellerin, die sprachlos blieb und doch viel zu sagen hatte. Sally Hawkins hätte den fünften Oscar verdient. So aber blieben es vier, unter anderem wurde del Toros Masterpiece „Bester Film“ und der Regisseur wurde mit dem Oscar für die „Beste Regie“ endgültig in den cineastischen Adelsstand erhoben.
Donnerstag, 20. Dezember 2018
The Handmaid’s Tale – Season 2
In den USA jammerten entkräftete Frauenrechtlerinnen, dass Season 2 irgendwie aussieht wie Torture Porn. Mag sein, aber das liegt weniger an den barbarischen Grausamkeiten, die in „The Handmaid’s Tale“ zu sehen sind: Verstümmelung durch Feuer, Abhacken von Gliedmaßen oder öffentliches Ertränken als Strafe für Ehebruch. Nein, es liegt an der Spannung, die im Laufe der Staffel zunimmt, aber immer mit einem Schuss Fatalismus und Resignation einhergeht.
Es ist tatsächlich nicht leicht, diese Serie zu sehen: Man hofft, dass der Terror ein Ende findet, aber eine Wende ist nicht in Sicht. Die Fortsetzung der Geschichte von Desfred (Elisabeth Moss) ist nämlich noch düsterer geworden und zieht die Spannungsschraube auf jene Weise an, die am unangenehmsten ist: man hofft als Zuschauer, dass die Opfer sich aus der Pein befreien können, ahnt aber, dass dies nicht passieren wird.
Montag, 17. Dezember 2018
Mars – die zweite Staffel ist knallhart öko-politisch
Zwei Jahre hat gedauert, dann legte National Geographic nach und ging mit der zweiten Season der Docu-Sci-Fi Serie on air. Im schnelllebigen Serienmarkt ist dies der Knock-out. Die Quoten stürzten ins Bodenlose. Dabei gehört die Geschichte der ersten menschlichen Mars-Mission zum Besten, was das Serienjahr 2018 zu bieten hat.
Während es in der ersten Staffel um das pure Überleben in einer feindlichen Umgebung ging, ist die Crew um den weiblichen Commander Hana Seung (Jihae Kim) zehn Jahre später ein gutes Stück weitergekommen. Die menschliche Kolonie auf dem Mars hat mit der Siedlung Olympus Town auf dem roten Planeten Fuß gefasst, die Wissenschaftler können sogar ein vergleichsweise normales Leben führen.
Während es in der ersten Staffel um das pure Überleben in einer feindlichen Umgebung ging, ist die Crew um den weiblichen Commander Hana Seung (Jihae Kim) zehn Jahre später ein gutes Stück weitergekommen. Die menschliche Kolonie auf dem Mars hat mit der Siedlung Olympus Town auf dem roten Planeten Fuß gefasst, die Wissenschaftler können sogar ein vergleichsweise normales Leben führen.
Freitag, 7. Dezember 2018
Reise in die Kälte III: „Wolfsnächte“
Jeremy Saulniers Film „Wolfsnächte“ (Hold The Dark) gehört zu den exklusiven Angeboten von Netflix Im Sektor Spielfilm. Verfilmt wurde William Giraldis gleichnamiger Erfolgsroman, der zumindest atmosphärisch ein Sequel von Tony Sheridans „Wind River“ sein könnte. Leider fehlt Saulnier die erzählerische Tiefenschärfe, um Sheridans Winterepos auf Augenhöhe begegnen zu können.
Mit der AMC-Serie „The Terror“ und dem Film „Wind River“ und wurden im Sommer dieses Jahres von mir zwei tiefschwarze Geschichten besprochen, die als „Reise in die Kälte“ empfunden wurden. In „The Terror“ spiegelte die beinahe vollständige Auslösung von zwei Schiffsbesetzungen in der Kälte der Arktis die geringe moralische Fallhöhe von Menschen im Angesicht des sicheren Todes wider. Den Terror übte nicht eine feindliche Umgebung aus, sondern von Menschen, deren arrogantes Ignorieren der Naturkräfte ihren Untergang einleitet.
Mit der AMC-Serie „The Terror“ und dem Film „Wind River“ und wurden im Sommer dieses Jahres von mir zwei tiefschwarze Geschichten besprochen, die als „Reise in die Kälte“ empfunden wurden. In „The Terror“ spiegelte die beinahe vollständige Auslösung von zwei Schiffsbesetzungen in der Kälte der Arktis die geringe moralische Fallhöhe von Menschen im Angesicht des sicheren Todes wider. Den Terror übte nicht eine feindliche Umgebung aus, sondern von Menschen, deren arrogantes Ignorieren der Naturkräfte ihren Untergang einleitet.
Samstag, 17. November 2018
Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen
Im zweiten Teil des auf fünf Teile angelegten Spin-Offs um den magischen Zoologen Newt Scamander können wuchtige CGI-Bilder, nette Tierwesen und ein exzellent aufgelegter Johnny Depp den Film nicht retten. David Yates Regie führt zu einigen schönen Momente, scheitert aber an Joanne K. Rowlings völlig überladenem Drehbuch.
Wenn man die Muggel gewähren lässt, stürzen sie die Welt in einen infernalischen Krieg und zünden am Ende gar eine Atombombe. Mit dieser apokalyptischen Vision überzeugt der ‚böse‘ Magier Gellert Grindelwald nicht nur seine Anhänger, sondern auch solche, die seine Ideen für gefährlich, aber nicht für ganz und gar abwegig halten, von seiner Vision: der totalen Machtergreifung der Magier und der völligen Unterwerfung der Menschheit. Nein, ganz auslöschen wolle er sie nicht, die Muggel, schließlich brauche man in dieser neuen Welt noch einige Lasttiere.
Wenn man die Muggel gewähren lässt, stürzen sie die Welt in einen infernalischen Krieg und zünden am Ende gar eine Atombombe. Mit dieser apokalyptischen Vision überzeugt der ‚böse‘ Magier Gellert Grindelwald nicht nur seine Anhänger, sondern auch solche, die seine Ideen für gefährlich, aber nicht für ganz und gar abwegig halten, von seiner Vision: der totalen Machtergreifung der Magier und der völligen Unterwerfung der Menschheit. Nein, ganz auslöschen wolle er sie nicht, die Muggel, schließlich brauche man in dieser neuen Welt noch einige Lasttiere.
Mittwoch, 10. Oktober 2018
The Walking Dead: Staffelauftakt mit neuer Handschrift…
…und den schlechtesten Quoten seit Season 2. Mit knapp mehr als 6 Mio. Zuschauern unterbot der Auftakt der 9. Staffel sogar noch das schlechteste Rating der vorherigen Season. Im Vergleich mit der Auftaktepisode der 8. Staffel wurde das Publikum sogar halbiert.
Der Trend geht also weiter. Und er wird schlimmer. Ob TWD den Ausstieg von Andrew Lincoln und Lauren Cohan verkraften wird, ist also mehr als ungewiss. AMC lancierte Lincolns Ausstieg aus der Rolle des Rick Grimes bereits recht früh und verzichtete damit auf einen publikumswirksamen Schockmoment. Aber nicht auf die mediale Diskussion über die Zukunft der Serie. Ob und wie Rick sterben wird, erfährt man vermutlich vor der Midseason.
Der Trend geht also weiter. Und er wird schlimmer. Ob TWD den Ausstieg von Andrew Lincoln und Lauren Cohan verkraften wird, ist also mehr als ungewiss. AMC lancierte Lincolns Ausstieg aus der Rolle des Rick Grimes bereits recht früh und verzichtete damit auf einen publikumswirksamen Schockmoment. Aber nicht auf die mediale Diskussion über die Zukunft der Serie. Ob und wie Rick sterben wird, erfährt man vermutlich vor der Midseason.
Freitag, 28. September 2018
Videodrome – die Special Edition des Kultfilms ist erschienen
David Cronenbergs Medienhorror-Spektakel „Videodrome“ wurde 1985 in Deutschland zwei Jahre nach seinem Erscheinen indiziert. Die Indizierung wurde 2010 erneuert. Im September erschien der Film nun endlich in ungekürzter Fassung, und zwar mit einer Altersfreigabe ab 16 Jahren. Damit schreibt der Film ein Kapitel über Medienhorror in eigener Sache.
Über den künstlerischen Wert von David Cronenbergs lange zensierten und indizierten Film lässt sich streiten. Nicht aber darüber, dass es en masse hirnrissige Splatterfilme gibt, die mehr oder weniger ungehindert in den Handel kommen. Das ist ein trauriger Witz: Sie gehören zu jener Sorte von Filmen, die auch der TV-Produzent Max Renn (James Woods) in David Cronenbergs Film sucht, um das Publikum seines kleinen TV-Senders „Civic TV“ in Toronto, Kanada, zu binden: Sadistische Gewalt, gepaart mit Sex und grellen Splattereffekten. Renn würde in unserer Zeit schnell fündig werden. Gut: einiges landet hierzulande immer noch auf dem Index. Warum aber Cronenbergs Film, der immerhin als Klassiker der Postmoderne gilt, auch 2010 folgeindiziert wurde, bleibt unverständlich. Nun dürfen ihn sogar 16-Jährige kaufen und man fragt sich, was zur Hölle sich seit der Nachindizierung eigentlich geändert hat.
Über den künstlerischen Wert von David Cronenbergs lange zensierten und indizierten Film lässt sich streiten. Nicht aber darüber, dass es en masse hirnrissige Splatterfilme gibt, die mehr oder weniger ungehindert in den Handel kommen. Das ist ein trauriger Witz: Sie gehören zu jener Sorte von Filmen, die auch der TV-Produzent Max Renn (James Woods) in David Cronenbergs Film sucht, um das Publikum seines kleinen TV-Senders „Civic TV“ in Toronto, Kanada, zu binden: Sadistische Gewalt, gepaart mit Sex und grellen Splattereffekten. Renn würde in unserer Zeit schnell fündig werden. Gut: einiges landet hierzulande immer noch auf dem Index. Warum aber Cronenbergs Film, der immerhin als Klassiker der Postmoderne gilt, auch 2010 folgeindiziert wurde, bleibt unverständlich. Nun dürfen ihn sogar 16-Jährige kaufen und man fragt sich, was zur Hölle sich seit der Nachindizierung eigentlich geändert hat.
Samstag, 22. September 2018
„The Endless“ - ein Kultfilm?
Den Begriff „Kultfilm“ zieht man schnell aus der Werkzeugtasche des Filmkritikers. Je häufiger man ihn benutzt, desto öfter bestraft einen dann die (Film-)Geschichte. Justin Bensons und Aaron Moorheads dritter Spielfilm hat allerdings das Zeug dazu, immer wieder neu entdeckt zu werden.
Die Brüder Justin (Justin Benson) und Aaron (Aaron Moorhead) haben ihr perspektivloses Leben als Reinigungskräfte satt. Finanziell kommen sie auf keinen grünen Zweig und ihr Erfolg bei Frauen wird meistens dadurch vereitelt, dass Justin beim ersten Date davon quatscht, dass sie vor Jahren einer UFO-Selbstmord-Sekte angehörten. Diesen Mythos hat Justin aber nach der Flucht aus einer ländlichen Kommune in Südkalifornien für eine lokale TV-Station selbst in die Welt gesetzt. Als Justin und Aaron von der Kommune eine geheimnisvolle Videocassette erhalten, drängt Aaron darauf, den Glücksort seiner Jugendjahre erneut aufzusuchen. Justin ist skeptisch, stimmt aber einem kurzen Trip zu. Dass sie in das Zentrum der Hölle reisen, ahnen sie nicht.
Die Brüder Justin (Justin Benson) und Aaron (Aaron Moorhead) haben ihr perspektivloses Leben als Reinigungskräfte satt. Finanziell kommen sie auf keinen grünen Zweig und ihr Erfolg bei Frauen wird meistens dadurch vereitelt, dass Justin beim ersten Date davon quatscht, dass sie vor Jahren einer UFO-Selbstmord-Sekte angehörten. Diesen Mythos hat Justin aber nach der Flucht aus einer ländlichen Kommune in Südkalifornien für eine lokale TV-Station selbst in die Welt gesetzt. Als Justin und Aaron von der Kommune eine geheimnisvolle Videocassette erhalten, drängt Aaron darauf, den Glücksort seiner Jugendjahre erneut aufzusuchen. Justin ist skeptisch, stimmt aber einem kurzen Trip zu. Dass sie in das Zentrum der Hölle reisen, ahnen sie nicht.
Dienstag, 18. September 2018
Casting
Vermutlich ist „Casting“ wieder einer jener Filme, den niemand sehen wird. Es sei denn, das Öffentlich-Rechtliche Fernsehen erbarmt sich und zeigt Nikolas Wackerbarths grandiosen Film über die Untiefen des Filmgewerbes. Womöglich kurz nach Mitternacht. Dort sieht ihn dann auch keiner.
In einer Kommentarspalte beklagte sich eine Filmfreundin, dass in „Casting“ die Männerrolle zu sehr im Vordergrund steht. Nun, verehrte Filmfreundin, die ist in Nikolas Wackerbarths Film nun mal die Hauptrolle. Andreas Lust spielt den Gerwin inmitten einer Riege unschlüssiger Filmfrauen so grandios, dass einem die Tränen kommen könnten. Tun sie aber nicht, denn das wäre wohl politisch nicht korrekt bei einem Film, in dem sich diese Frauen über die Besetzung einer weiblichen Hauptrolle zoffen und dabei alle Register der Gemeinheit, der Unterwerfung und des fiesen Intrigierens ziehen.
In einer Kommentarspalte beklagte sich eine Filmfreundin, dass in „Casting“ die Männerrolle zu sehr im Vordergrund steht. Nun, verehrte Filmfreundin, die ist in Nikolas Wackerbarths Film nun mal die Hauptrolle. Andreas Lust spielt den Gerwin inmitten einer Riege unschlüssiger Filmfrauen so grandios, dass einem die Tränen kommen könnten. Tun sie aber nicht, denn das wäre wohl politisch nicht korrekt bei einem Film, in dem sich diese Frauen über die Besetzung einer weiblichen Hauptrolle zoffen und dabei alle Register der Gemeinheit, der Unterwerfung und des fiesen Intrigierens ziehen.
Sonntag, 9. September 2018
Tom Clancy’s Jack Ryan -starker Agententhriller bei AMAZON
Die Romanfigur des Jack Ryan scheint eigentlich auserzählt zu sein. Zumindest im Kino. Bei Tom Clancy war nichts auserzählt. Sein Held wurde in seinen Romanen US-Präsident, am Ende ging sogar sein Sohn in den Außendienst, um die Welt zu retten. AMAZON hat nun den jungen Jack Ryan in den Mittelpunkt einer achtteiligen Serie gestellt. Experiment gelungen.
Alec Baldwin spielte ihn 1990 in „The Hunt for Red October“. Harrison Ford verkörperte die Figur ikonisch und kämpfte in „Patriot Games“ und „Clear an Present Danger“ in den 1990er Jahren gegen die irische IRA und das kolumbianische Drogenkartell. Ben Affleck übernahm den Staffelstab 2002 in „The Sum of All Fears“ und machte seine Sache ganz gut, während Kenneth Branaghs 2014 entstandener „Jack Ryan: Shadow Recruit“ die Figur als Kind des 21. Jh. präsentierte, ohne damit allzu großen Erfolg zu haben. Nun ist der CIA-Analyst Jack Ryan wieder unterwegs und muss wieder einmal seinen sicheren Schreibtisch in Langley verlassen, um sich direkt an die Front zu begeben. Dass sich die Figur dabei an dem von Harrison Ford gespielten CIA-Agenten orientiert, ist kaum zu übersehen. Aber das ist auch gut so.
Donnerstag, 23. August 2018
„Die Verlegerin“ – Steven Spielbergs Plädoyer für die Pressefreiheit
Fragt man Regisseure nach der Botschaft ihrer Filme, reagieren die meisten abweisend. Sie haben keine. Angeblich. Steven Spielberg allerdings hat immer eine. In seinem Film „Die Verlegerin“ (Originaltitel: The Post) steht sie überlebensgroß im Raum und kann beim besten Willen nicht übersehen werden. Erzählt wird die Geschichte der Verlegerin Katherine Graham als leidenschaftliches Plädoyer für die Pressefreiheit.
„The Post“ ist die Geschichte einer starken Frau, die zunächst keine ist, aber am Ende über die Mächtigen triumphiert. Eine Traumrolle für Meryl Streep, ein Wunschfilm für Steven Spielberg. Wir sind im Jahre 1971: Nach dem Tod ihres Mannes ist Katherine Graham (Meryl Streep) als Besitzerin und Vorstandsvorsitzende der Washington Post die einzige Frau zwischen dominanten Männern. Obwohl sie einen Spickzettel mitgenommen hat, bekommt sie bei ihrem ersten Auftritt im Aufsichtsrat kein Wort heraus. Ein scheues Reh sei sie gewesen, berichtete später eine Mitarbeiterin. Das, was sie sagen wollte, sagt stattdessen ein Mann.
„The Post“ ist die Geschichte einer starken Frau, die zunächst keine ist, aber am Ende über die Mächtigen triumphiert. Eine Traumrolle für Meryl Streep, ein Wunschfilm für Steven Spielberg. Wir sind im Jahre 1971: Nach dem Tod ihres Mannes ist Katherine Graham (Meryl Streep) als Besitzerin und Vorstandsvorsitzende der Washington Post die einzige Frau zwischen dominanten Männern. Obwohl sie einen Spickzettel mitgenommen hat, bekommt sie bei ihrem ersten Auftritt im Aufsichtsrat kein Wort heraus. Ein scheues Reh sei sie gewesen, berichtete später eine Mitarbeiterin. Das, was sie sagen wollte, sagt stattdessen ein Mann.
Dienstag, 14. August 2018
The Looming Tower
Kurz nachdem am 11.9.2001 drei Flugzeuge in die New Yorker Twin Tower und das Pentagon gesteuert wurden, bricht die nackte Angst aus. Es geht darum, Karrieren zu retten und Sündenböcke zu finden. G.W. Bush verspricht dem amerikanischen Volk vollmundig, die Verantwortlichen gnadenlos zu verfolgen und zu bestrafen.
In der Hulu-Serie „The Looming Tower“ denkt seine nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice (Eisa Davis) bereits an den nächsten Schritt. Sie fordert den nationalen Sicherheits-Koordinator Richard Clarke (Michael Stuhlbarg) kaltschnäuzig auf, den Anschlag möglichst schnell mit dem Irak in Verbindung zu bringen. Der schaut entgeistert. Beide wissen, dass dies eine Lüge ist.
In der Hulu-Serie „The Looming Tower“ denkt seine nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice (Eisa Davis) bereits an den nächsten Schritt. Sie fordert den nationalen Sicherheits-Koordinator Richard Clarke (Michael Stuhlbarg) kaltschnäuzig auf, den Anschlag möglichst schnell mit dem Irak in Verbindung zu bringen. Der schaut entgeistert. Beide wissen, dass dies eine Lüge ist.
Montag, 23. Juli 2018
GLOW – die unbekannte Serienperle
Vor vier Wochen präsentierte NETFLIX die zweite Staffel von „Glow“. Erzählt wird von den Anfängen der gleichnamigen TV-Show, die in den 1980er Jahren das Frauen-Wrestling bekannt machte. „Glow“ ist eine witzige Sitcom über die „Gorgeous Ladies of Wrestling“ (GLOW), die mühelos mit den Paradepferden im NETFLIX-Stall mithalten kann.
Die 1980er Jahre: im Wrestling eine goldene Ära. Hulk Hogan wird zum populärsten Wrestler der Dekade und sorgt mit Stars wie „André the Giant“, „Macho Man“ Randy Savage und „Mr. Wonderful“ Paul Orndorff dafür, dass die World Wrestling Federation (WWF) monströse Events wie „Wrestlemania“ erfolgreich im TV promoten kann. Einige Nummern kleiner geht es in den schäbigen Hallen kleinerer Organisationen zu. Von ihnen erzählt „Glow“.
Die 1980er Jahre: im Wrestling eine goldene Ära. Hulk Hogan wird zum populärsten Wrestler der Dekade und sorgt mit Stars wie „André the Giant“, „Macho Man“ Randy Savage und „Mr. Wonderful“ Paul Orndorff dafür, dass die World Wrestling Federation (WWF) monströse Events wie „Wrestlemania“ erfolgreich im TV promoten kann. Einige Nummern kleiner geht es in den schäbigen Hallen kleinerer Organisationen zu. Von ihnen erzählt „Glow“.
Donnerstag, 19. Juli 2018
How it Ends: Ist der Netflix-Skandalfilm tatsächlich ein Skandal?
Der Apokalypse-Thriller „How it Ends“ wurde ausgerechnet am Freitag, den 13 bei NETFLIX gestartet. Recht schnell wurde der als Spektakel angekündigte Film zur armen Kinosau, die durchs Filmdorf getrieben wurde. Regisseur David M. Rosenthal hatte nämlich frevlerisch heiligen Kinotraditionen den Stinkefinger gezeigt.
Eigentlich ist die Geschichte schnell erzählt. An der Westküste gehen die Lichter aus. Die Medien berichten von einem massiven seismischen Ereignis und ein Vater bricht in Chicago auf, um in Seattle nach seiner verschollenen Tochter Sam (Kat Graham) zu suchen. Da man aus einer One-Man-Show kein Roadmovie machen kann, nimmt der Vater einen jungen Mann mit auf die Reise, den er ausdrücklich nicht mag: den Verlobten seiner Tochter.
Eigentlich ist die Geschichte schnell erzählt. An der Westküste gehen die Lichter aus. Die Medien berichten von einem massiven seismischen Ereignis und ein Vater bricht in Chicago auf, um in Seattle nach seiner verschollenen Tochter Sam (Kat Graham) zu suchen. Da man aus einer One-Man-Show kein Roadmovie machen kann, nimmt der Vater einen jungen Mann mit auf die Reise, den er ausdrücklich nicht mag: den Verlobten seiner Tochter.
Dienstag, 3. Juli 2018
Westworld – HBO enttäuscht mit einer kryptischen zweiten Staffel
Menschen gegen Androiden, Androiden gegen Menschen, noch mehr Parks und Menschen, die Host werden wollen – oder sollen. Dazu noch eine in gigantischen Servern gespeicherte virtuelle Schattenwelt und sogar ein virtuelles Paradies für die Hosts. „Westworld“ zog in der zweiten Staffel kräftig vom Leder. Und das Thema? Man hatte große Mühe, es zu zu finden.
Zugegeben: Wer Lisa Joys viel diskutiertes Interview (1) mit dem Hollywood Reporter gelesen hat, wird es zugeben müssen - die zweite Staffel der ambitionierten HBO-Serie hatte ein Thema. Es geht um den freien Willen, erklärte Jonathan Nolans Frau. Eine Nummer kleiner ging es nicht und die Macher wagten sich an ein Thema heran, das nach mehr als 2000 Jahren Philosophiegeschichte und einigen Jahrzehnten seriöser Hirnforschung immer noch nicht geklärt werden konnte.
Zugegeben: Wer Lisa Joys viel diskutiertes Interview (1) mit dem Hollywood Reporter gelesen hat, wird es zugeben müssen - die zweite Staffel der ambitionierten HBO-Serie hatte ein Thema. Es geht um den freien Willen, erklärte Jonathan Nolans Frau. Eine Nummer kleiner ging es nicht und die Macher wagten sich an ein Thema heran, das nach mehr als 2000 Jahren Philosophiegeschichte und einigen Jahrzehnten seriöser Hirnforschung immer noch nicht geklärt werden konnte.
Samstag, 23. Juni 2018
Reise in die Kälte II: Der Neo-Western „Wind River“
Im ersten Teil der „Reise in die Kälte“ habe ich vom zivilisatorischen Showdown in der arktischen Kälte berichtet, und damit auch von der Auflösung der zivilen Ordnung. Im Neo-Western „Wind River“ ist die Natur genauso unbarmherzig wie in der AMC-Serie „The Terror", die Menschen sind es auch, aber die Ordnung wird in Taylor Sheridans Film auf biblische Weise wiederhergestellt. Der Geheimtipp des letzten Kinosommers ist seit Anfang Juni als Bluray, DVD und als Stream verfügbar. Man sollte ihn sich nicht entgehen lassen.
„Wind River“ ist die erste Regiearbeit von Taylor Sheridan. Sheridan hat für Denis Villeneuve das Drehbuch für den Drogen-Thriller „Sicario“ geschrieben. Wenn Benicio del Toro dort nach dem blutigen Ende seiner Kollegin rät, in eine Stadt zu ziehen, in der Recht und Ordnung herrschen, dann könnte er wohl nicht die Wind River Indian Reservation in Wyoming gemeint haben.
„Wind River“ ist die erste Regiearbeit von Taylor Sheridan. Sheridan hat für Denis Villeneuve das Drehbuch für den Drogen-Thriller „Sicario“ geschrieben. Wenn Benicio del Toro dort nach dem blutigen Ende seiner Kollegin rät, in eine Stadt zu ziehen, in der Recht und Ordnung herrschen, dann könnte er wohl nicht die Wind River Indian Reservation in Wyoming gemeint haben.
Dienstag, 19. Juni 2018
Professor Marston & The Wonder Woman
Ein verblüffender Film. Wer sich fragt, wie eine der beliebtesten Figuren in den DJ-Comics entstanden ist, wird sicher nicht auf die Idee kommen, dass der Schöpfer dieser Superheldin recht unkonventionelle Vorstellungen über Sex hatte. Liebe zu dritt, Spanking und Bondage einbegriffen. Angela Robinson hat daraus einen elektrisierend erotischen Film gemacht.
1945: William Moulton Marston wird auf Schärfste angehört. Er sitzt vor einem Komitee der Child Study Association of America, einer Ansammlung stockkonservativer Puristen. Ihnen soll er erklären, warum in seinen Comics die Superheldin „Wonder Woman“ gerne fesselt und gefesselt wird, warum den Figuren lustvoll der Hintern versohlt wird und warum Marstons Comic-Heldin offenbar ein Faible für lesbische Liebe entwickelt hat. Ein Verbrechen im prüden Amerika. Martons Verteidigungsrede ist also ein hoffnungsloses Unterfangen, denn in den USA werden Kinder angehalten, öffentlich ihre Comics zu verbrennen. Es sind Bilder, die unverkennbar an die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten erinnern.
1945: William Moulton Marston wird auf Schärfste angehört. Er sitzt vor einem Komitee der Child Study Association of America, einer Ansammlung stockkonservativer Puristen. Ihnen soll er erklären, warum in seinen Comics die Superheldin „Wonder Woman“ gerne fesselt und gefesselt wird, warum den Figuren lustvoll der Hintern versohlt wird und warum Marstons Comic-Heldin offenbar ein Faible für lesbische Liebe entwickelt hat. Ein Verbrechen im prüden Amerika. Martons Verteidigungsrede ist also ein hoffnungsloses Unterfangen, denn in den USA werden Kinder angehalten, öffentlich ihre Comics zu verbrennen. Es sind Bilder, die unverkennbar an die Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten erinnern.
Mittwoch, 13. Juni 2018
Reise in die Kälte I: Die AMC-Serie „The Terror“
In den Eiswüsten der Arktis gibt es scheinbar nur eine Todesart: Man erfriert. Die AMC-Serie „The Terror“ erzählt von der 1846 begonnenen Erkundungsfahrt der britischen Schiffe HMS Terror und HMS Erebus und erweitert die Palette der Möglichkeiten dabei sehr drastisch: Verhungern - natürlich das auch -, Erschöpfung, Wahnsinn und Siechtum durch langsame Bleivergiftung, Suizid durch Selbstverbrennung oder Gift, Ermordung durch die eigenen Kameraden. Und wenn das nicht reicht, taucht ein unbezwingbares Monster auf, das einem den Rest gibt. Wie soll man das überleben? Gar nicht.
Dienstag, 5. Juni 2018
The Path - Season 3
Das Ende kam etwas überraschend: Der Streaming-Anbieter Hulu setzte im Ende April „The Path“ nach weiterhin schlechten Quoten ab. Das ist schade, denn nach einer durchwachsenen 2. Season präsentierten sich Eddie Lane und seine Meyeristen wieder in Bestform.
Immerhin folgte die Serie drei Staffeln lang einer logischen Story Arc. In der ersten Staffel verlässt Eddie Lane (Aaron Paul) die Meyeristen-Bewegung aufgrund tiefer Glaubenszweifel. In Staffel 2 erfährt der kritische Zweifler, dass er vom todkranken Guru der Bewegung, Dr. Stephen Meyer (Keir Dullea: „2001 – A Space Odyssee), zum legitimen Nachfolger bestimmt wurde. Dieses Machtwort nutzte Eddie für eine Machtübernahme. Nun will er die Bewegung von allen restriktiven Regeln befreien und transparenter zu machen.
In Staffel 3 erzählen Jessica Goldberg und ihr Autorenteam nun davon, wie Eddie Lane mit seiner neuen Rolle und einigen unerwarteten Herausforderungen umgeht. Kann er die Bewegung neu ausrichten oder verliert er sich und seine Überzeugungen?
Immerhin folgte die Serie drei Staffeln lang einer logischen Story Arc. In der ersten Staffel verlässt Eddie Lane (Aaron Paul) die Meyeristen-Bewegung aufgrund tiefer Glaubenszweifel. In Staffel 2 erfährt der kritische Zweifler, dass er vom todkranken Guru der Bewegung, Dr. Stephen Meyer (Keir Dullea: „2001 – A Space Odyssee), zum legitimen Nachfolger bestimmt wurde. Dieses Machtwort nutzte Eddie für eine Machtübernahme. Nun will er die Bewegung von allen restriktiven Regeln befreien und transparenter zu machen.
In Staffel 3 erzählen Jessica Goldberg und ihr Autorenteam nun davon, wie Eddie Lane mit seiner neuen Rolle und einigen unerwarteten Herausforderungen umgeht. Kann er die Bewegung neu ausrichten oder verliert er sich und seine Überzeugungen?
Sonntag, 3. Juni 2018
The Secret Man
Der deutsche Verleih hat dem Originaltitel den Garaus gemacht: die Geschichte über einen der berühmtesten Whistleblower der US-amerikanischen Geschichte heißt im Original „Mark Felt: The Man Who Brought Down the White House.“ Hierzulande trägt er den Titel „The Secret Man.“ Da denkt man sofort an de Secret Service. Weit gefehlt.
Liam Neeson sieht in Peter Landesmans Film nicht so aus wie in seinen vielen Actionthrillern. Man sieht ihm sein Alter vielmehr an. Graue Haare, die eher zu einem turmartigen Überbau arrangiert sind, ein hageres asketisches Gesicht ohne gesunde Farbe. Eigentlich sieht so jemand aus, der sterbenskrank ist.
Irgendwie realistisch. Neeson ist nun 66 Jahre alt und damit ein paar Jährchen älter als Mark Felt, als dieser 1972 beschloss, als Whistleblower den republikanischen US-Präsidenten Richard Nixon zu stürzen. Der ist trotz erster Watergate-Enthüllungen gerade für seine zweite Amtszeit gewählt worden und niemand kann sich vorstellen, dass er die Kontrolle über einen der größten Politskandale der US-Geschichte verlieren wird.
Liam Neeson sieht in Peter Landesmans Film nicht so aus wie in seinen vielen Actionthrillern. Man sieht ihm sein Alter vielmehr an. Graue Haare, die eher zu einem turmartigen Überbau arrangiert sind, ein hageres asketisches Gesicht ohne gesunde Farbe. Eigentlich sieht so jemand aus, der sterbenskrank ist.
Irgendwie realistisch. Neeson ist nun 66 Jahre alt und damit ein paar Jährchen älter als Mark Felt, als dieser 1972 beschloss, als Whistleblower den republikanischen US-Präsidenten Richard Nixon zu stürzen. Der ist trotz erster Watergate-Enthüllungen gerade für seine zweite Amtszeit gewählt worden und niemand kann sich vorstellen, dass er die Kontrolle über einen der größten Politskandale der US-Geschichte verlieren wird.
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