Billy the Kid gehört fast 150 Jahre nach seinem Tode immer noch zu den faszinierendsten Figuren des Wilden Westens. Man weiß wenig über ihn, daher taugt die Figur sehr gut als Projektionsfläche für unterschiedliche Absichten. Es gibt unzählige Kinofilme über The Kid, noch mehr Dokus und Bücher. Warum alle den Outlaw bewundern? Weil ambivalente Figuren spannender sind als die klassischen Heldenfiguren, die in einer Schwarz-Weiß-Welt leben und moralisch entweder gut oder böse sind, aber nie beides.
In der ersten Staffel über The Kid will Showrunner Michael Hirst faktenbasiertes Licht in die historische Dunkelheit bringen. „Billy the Kid“ erzählt die Geschichte des Outlaws quasi von der Wiege bis zum Tod. Das ist neu. Positiv: der achtteilige Serienauftakt liefert ein weitgehend realistisches Bild des Revolverhelden ab, aber auch eine spannende Illustrierung der Mythen des Wilden Westens. Negativ: gelegentlich driftet die Serie in überflüssige Nebenhandlungen ab. Aber insgesamt ist „Billy the Kid“ sehenswert. Die erste Staffel ist ein Prolog. Staffel 2 erzählt vom Lincoln County War. Und der machte Billy the Kid endgültig berühmt. Der erste Teil der zweiten Staffel lief im Oktober an, der zweite Teil wird 2024 folgen. Die folgende Rezension beschäftig sich mit der ersten Staffel.